Posen beim Paarshooting. Müsst Ihr Euch davor fürchten?

Braut und Bräutigam lachen ausgelassen beim Spaziergang Hand in Hand über die Parkwiese.

Kurze Antwort: nein. Längere Antwort: Es ist anders, als die meisten denken.

Das ist eine der häufigsten Sorgen, die mir Paare im Vorgespräch nennen. „Wir sind total unfotogen“, „wir wissen nicht, wie wir uns hinstellen sollen“, „bitte keine peinlichen Posen“. Manche schreiben es schon in die erste Mail. Andere sagen es zwei Tage vor der Hochzeit am Telefon, fast entschuldigend.

Die Sorge bezieht sich fast nie auf die Reportage selbst. Beim Getting Ready, bei der Trauung, beim Sektempfang läuft alles ohne Anweisungen. Ich bin im Raum, fotografiere, was passiert. Da gibt es nichts zu posen.

Wo es spannend wird, ist das Paarshooting. Das ist der eine Block am Tag, an dem ich Euch tatsächlich anleite, an dem nur Ihr im Mittelpunkt steht, an dem niemand sonst dabei ist, hinter dem Ihr Euch verstecken könntet. Hier fühlt sich die Frage „und was mache ich jetzt mit meinen Händen?“ für viele am dringendsten an. Darum geht es in diesem Beitrag.

Warum die Sorge meistens überflüssig ist

Posing im klassischen Sinn, also Hand hierhin, Kopf so, Schulter runter, Kinn vor, gibt es bei mir wirklich nur in kleinen Teilen. Wer das gelernt hat oder mag, kann das machen, dafür gibt es viele gute Fotograf:innen. Mein Weg ist ein anderer.

Ich arbeite mit Bewegung und mit kleinen Aufgaben. Ihr bekommt nichts gesagt, wofür Ihr Euch fremd in Eurem eigenen Körper fühlt. Ihr werdet nicht in eine Form gepresst, die nicht zu Euch passt. Das Ziel ist nicht, dass Ihr aussieht wie auf einer Werbeanzeige, sondern dass Ihr auf den Bildern wie Ihr aussieht, nur an einem besonders schönen Tag.

Was beim Paarshooting tatsächlich passiert

Wir suchen uns eine Ecke abseits vom Trubel. Manchmal ist das ein Spaziergang von wenigen Minuten, manchmal nur ein paar Schritte hinter die Location.

Dann sage ich nicht „so stellen“. Sondern eher:

„Geht mal langsam Hand in Hand zu dem Baum da hinten. Schaut Euch dabei an, redet einfach, ich laufe nebenher.“

„Stell Dich vor ihn, dreh Dich um, sag ihm was Schönes ins Ohr.“

„Bleibt mal kurz stehen, schließt die Augen, atmet einmal tief durch. Heute war schon viel los.“

Manchmal frage ich nach Sachen, die Ihr im Vorgespräch erzählt habt, damit Ihr lachen müsst. Manchmal bin ich einfach kurz still und lasse Euch in dem Moment ankommen.

Das sind keine Posen. Das sind kleine Anlässe, die echtes Verhalten erzeugen. Bewegung, Reaktion, Berührung, Blicke. Genau das, was später auf den Bildern aussieht wie „die beiden waren einfach miteinander unterwegs“.

Warum das funktioniert, auch wenn Ihr „unfotogen“ seid

Ich höre den Satz „wir sind unfotogen“ wirklich oft. In der Praxis stimmt er fast nie. Was Paare meinen, ist meist: „Wir wissen nicht, wie man vor einer Kamera steht.“

Genau deshalb stellt Ihr Euch bei mir nicht vor einer Kamera hin. Ihr bewegt Euch, Ihr redet, Ihr reagiert aufeinander. Die Kamera ist dabei, aber sie ist nicht das, worauf Ihr Euch konzentriert. Das macht den Unterschied zwischen einem Bild, das wie ein Passfoto wirkt, und einem Bild, auf dem zwei Menschen zu sehen sind, die offensichtlich gerade verheiratet sind.

Dazu kommt: Bis zum Paarshooting habt Ihr schon mehrere Stunden mit mir verbracht. Ich war beim Getting Ready dabei, bei der Trauung, beim Sektempfang. Wir kennen uns nicht mehr nur von der Vorbesprechung. Die Anspannung gegenüber der Kamera ist meist längst weg, ohne dass Ihr es gemerkt habt.

Das Vorgespräch macht den Rest

Bevor ich am Hochzeitstag das erste Bild mache, kennen wir uns schon. Wir telefonieren, treffen uns vorher persönlich oder per Video, und reden. Kein Briefing, kein Fragebogen. Ich will wissen, wer Ihr seid, was Ihr gut findet, wo Ihr unsicher seid. Manchmal reden wir über Eure Lieblingsband, manchmal über die Tante, die immer rumkommandiert.

Der Punkt: Am Hochzeitstag steht kein Fremder vor Euch, sondern jemand, mit dem Ihr schon eine Verbindung habt. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der größte Hebel überhaupt. Mit einem Fremden fühlt sich jede Anweisung nach einer Prüfung an. Mit jemandem, dem Ihr vertraut, ist es eher wie ein Spaziergang mit einem Freund, der zufällig eine Kamera dabei hat.

Und wenn wir doch ein paar klassische Bilder wollen?

Völlig in Ordnung. Manche Paare wollen ein Bild, auf dem beide frontal in die Kamera schauen, fürs Wohnzimmer der Eltern oder fürs Album. Sagt mir das einfach vorher, dann planen wir das ein.

Reportage und ein bisschen Pose schließen sich überhaupt nicht aus. So gut wie jede Hochzeit hat eine Mischung: hauptsächlich beobachtende Bilder, dazu ein paar bewusst gesetzte Aufnahmen, wo es passt. Auch Gruppenbilder fallen in diese Kategorie. Mein Weg ist nur ein Weg, nicht der einzige.

Wie lange das Paarshooting selbst dauert, habe ich übrigens hier aufgeschrieben.. Und falls Ihr generell wissen wollt, wie ich am Tag arbeite: Da gibt es einen eigenen Beitrag zur Hochzeitsreportage.

Fazit

Posen beim Paarshooting? Bei mir kaum. Anleiten? Schon, aber so, dass Ihr Euch nicht fremd dabei fühlt und vor allem Spaß habt. Wenn der Fotograf zu Euch passt, nimmt der Euch die Angst vor steifen Bildern schon im Vorgespräch. Das liegt in seinem eigenen Interesse, weil entspannte Paare einfach bessere Bilder ergeben.

Falls Ihr das mal in Ruhe besprechen wollt, schreibt mir gerne eine unverbindliche Anfrage.

Häufige Fragen

Ihr habt Fragen zu Ablauf, Preisen oder wie das mit den Bildern läuft? Schaut in die FAQ – da beantworte ich die Sachen, die ich am häufigsten gefragt werde.

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